Der Duisburger Norden
Die Abtei Kirche
Im Norden der Großstadt Duisburg liegt die Propsteikirche St. Johann inmitten eines Gebietes, daß durch einen gewaltigen Strukturwandel, verbunden mit einem hohen Maß an Arbeitslosigkeit, geprägt ist. Bereits im Jahre 1136 gründeten Praemonstratenser-Chorherren aus der Abtei Steinfeld hier ein Kloster ihres Ordens, den der heilige Norbert von Xanten im Jahre 1122 ins Leben gerufen hatte. Diente die Kirche zunächst den Ordensbrüdern als Klosterkirche - noch heute trägt sie im Volksmund den Namen Abteikirche - so wurde sie nach der Aufhebung des Klosters im Jahre 1806 Pfarrkirche und im Laufe der industriellen Entwicklung des Gebietes zur Mutterkirche von mehr als einem Dutzend neuer Gemeinden. Aufgrund dieser Bedeutung für die Region wurde ihr durch Papst Johannes der XXIII im Jahre 1960 die Würde einer Propsteikirche verliehen. Im Jahre 1959 wurde das Kloster von Praemonstratenern aus Rot an der Rot neu besiedelt und im Jahre 1994 durch den Orden wieder zur Abtei erhoben. Heute gehören zur Klostergemeinschaft mehr als 20 Mitbrüder, die in verschiedenen Pfarreien und anderen Aufgabenfeldern seelsorglich tätig sind. Die Pfarrgemeinde St. Johann zählt heute knapp dreitausend Mitglieder, doch auch von auswärts kommen Sonntag für Sonntag viele Menschen hierher, um die Gottesdienste mitzufeiern.
 
Die Entwicklung von Hamborn
  • 1.4.1900: Gründung der Bürgermeisterei Hamborn
  • Juli 1900: erste Straßenbahnverbindung zwischen Hamborn und Dinslaken
  • 1902-1904: Bau des Rathauses; Einweihung am 28.6.1904
  • 1905 entsteht das heutige Abtei-Gymnasium
  • 1.4.1905: Stromversorgung Hamborns durch ein E-Werk in Essen
  • 8.1.1906: Eröffnung des St.Barbara-Hospitals
  • 1909: Anlage des Jubiläumshaines
  • 29.10.1909: Inbetriebnahme der ersten Linie der Hamborner Straßenbahn
  • 1.4.1911: Hamborn scheidet aus dem Kreis Dinslaken aus (über 1000000 Einwohner). August Thyssen erster Ehrenbürger Hamborns
  • 1914: Stadt erwirbt Mattlerbusch
  • 15.9.1915: Fertigstellung des neuen Hauptpostamtes am Rathaus
  • Dez.1918: Gründung der Niederrheinische Gas-und Wasserwerke GMBH
  • 1918/19: Revolutionäre Unruhen und Streiks der Bergleute
  • 25.1.1921: Gründung der Gasgesellschaft mbh Hamborn (heute Thyssengas)
  • 1.11.1921: Gründung des Amtsgerichtes Hamborn
  • 20.9.1925: Eröffnung des Stadions und des Schwelgernparks mit dem Freibad
  • 28.10.1926: Hamborn wird mit Duisburg zur Stadt Duisburg-Hamborn vereint
  • 15.5.1930: Einweihung des Amtsgerichgebäudes
  • 1933: Der Bahnhof Hamborn-Neumühl wird für den Personenverkehr geschlossen
  • 1938: Fertigstellung des Hallenbades
  • 9./10.11.1938: Ausschreitungen gegen jüdische Bürger. SA-Leute brennen Synagoge in Marxloh nieder.
  • 1940-45: Luftangriffe der Alliierten richten in Hamborn schwere Schäden an.
  • 28.3.45 Hamborn kapituliert vor den amerikanischen Truppen
  • Mai 1950: Wiederaufbau der ATH
  • 1950-57: Der Hamborner Einwohnerverein betreibt vergeblich die Loslösung Hamborns von Duisburg
  • 7.12.1962: Stillegung der Schachtanlage Neumühl
  • 23.11.1967: Beginn der Sanierung des Stadtteils Neumühls
  • 7.10.1969: Freigabe des Abschnitts Meiderich-Hamborn der Duisburger Stadt-Autobahn
  • 6.2.1973: Die ATH blä:st den größten Hochofen Europas in Schwelgern an.
  • 31.10.1975: Eröffnung der Rhein-Ruhr-Halle
  • 9.6.1979: Eröffnung des Revierparks Mattlerbusch
  • 27.5.1983: Der Bahnhof Hamborn wird für den Personenverkehr geschlossen
  • 28.10.1993: Inbetriebnahme des zweiten Hochofens der Thyssen Stahl AG im Werk Schwelgern.
 
Das Hamborner Rathaus
Am 1. April 1900 wurde vom Gemeinderat in Hamborn beschlossen, ein Rathaus zu bauen. Bis zum Baubeginn vergingen aber noch zwei Jahre, da man sich nicht einigen konnte, wo das Rathaus in Zukunft stehen sollte. In Althamborn an der Provinzialstraße (Duisburger Straße) oder in Marxloh. Es wurde beschlossen, daß das Rathaus auf dem Grundstück in Hamborn stehen sollte, dessen Wert 30.000 Mark betrug.

Es wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben und im Februar 1902 entschied man sich für den Entwurf von Robert Neuhaus, der den Bau im Stil der Spätrenaissance hielt. Am 14. November 1902 wurde der Grundstein gelegt und am 28. Juni 1904 konnte das Rathaus eingeweiht werden. 1908 entstand am Rathaus das Reichspostgebäude und 1914/15 die Hauptpost. Seit 1910 war hier auch ein Straßenbahnknoten. Das Amtsgericht kam erst 1927-1930 hinzu.

Aufgrund des schnellen Wachstums der Bevölkerung mußte das Verwaltungspersonal in kurzen Abschnitten verstärkt werden. Da das Rathaus schon lange zu klein war, wurde es 1908-1909 durch Anbau eines Flügels zur Theodorstraße (hinter dem Rathaus) erweitert. Schon 1905 war nicht mehr die ganze Verwaltung im Rathaus untergebracht. 1912/1913 baute die Gemeinde ein neues Polizeidienstgebäude an der Parallelstraße, wo später das Gesundheitsamt und das Wohnamt einzogen. Aufgrund der großen Bevölkerung schied Hamborn am 1. April 1911 als Großstadt aus dem Kreis Dinslaken aus. 1923/1924 wurde das Rathaus abermals um einen Flügel parallel zur Duisburger Straße erweitert.

Nach zweijährigem Kampf um die Selbständigkeit Hamborns wurde Hamborn am 1. August 1929 mit Duisburg zusammengeschlossen. Die preußische Regierung und der Landtag hatten sich über den erklärten Willen der großen Mehrheit der 132.000 Bürger hinweggesetzt. Die Eingemeindung wirkt sich noch bis heute negativ für Hamborn aus. Das Rathaus blieb allerdings das verwaltungsmäßige Zentrum der Stadt.

Im zweiten Weltkrieg erlitt es nur geringe Bombenschäden, 1943 brannte der Dachstuhl aus. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Hamborn noch einmal 3 Monate selbständig, ehe am 30. Juni 1945 die neue britische Besatzungsmacht den Oberbürgermeister absetzte.

In den folgenden 3 Jahrzehnten beherbergte das Rathaus wieder die große Bezirksverwaltungsstelle, zu der 1950 rund 400 Angestellte und Beamte gehörten. Noch 1970 umfaßte sie Nebenstellen von mmd. 5 Ämtern der Stadtverwaltung. Im 1964 umgestalteten Sitzungssaal tagten 1945-1961 der Hamborner Bürgerausschuß und von 1964-1974 der Bezirksausschuß; seit 1975 versammelt sich dort die Bezirksvertretung. Seit 1975 gibt es einen Bürgermeister mit repräsentativer Funktion. Anfang 1989 nahm das Rathaus die standesamtliche Funktion für den gesamten Duisburger Norden auf.

Die ganze Geschichte Hamborns ist sicher anders verlaufen, als man es sich im Jahre 1904 wohl vorgestellt hat.
 
Duisburg - Marxloh
Marxloh - Woher kommt eigentlich dieser Name?
Früher, als man das Land mehr und mehr besiedelte, spielte die Beschaffenheit der Böden und der Ländereien eine enorm wichtige Rolle. Deshalb benannte man Gegenden nicht selten nach ihrer Geländeform. Im heutigen Marxloh wurde im 10. Jahrhundert ein Hof angelegt, zwischen Marschland und Wald (=Loh). "Mersloh" nannte man ihn zunächst. Die bis in jüngere Zeit einflußreiche Familie der Marxloher Schulten hatte hier ihren Sitz
Marxloh - Früherer Dreh- und Angelpunkt Duisburgs
Vor dem 2.Weltkrieg war Marxloh das Reichenviertel Duisburgs. Der August-Bebel-Platz war Dreh- und Angelpunkt der Stadt Duisburg. Marxloh wurde im 2.Weltkrieg vollkommen zerstört.
  • Marxloh hat ca. 60.000 Einwohner (1996)

  • ca. 60 % der Marxloher sind Ausländer oder ausländischer Abstammung.

  • Das Pollmannkreuz wurde nach dem erfolgreichen Kaufmann Arnold Pollmann benannt.

  • Der August-Bebel-Platz ist nach August-Bebel genannt, der in der Arbeiterbewegung tätig war.

Thomas Kretschmer, Alexander Peters und Dirk Heinlein


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